Hand, Herz, Heimspiel

3. Liga Nord: Eine Halbzeitbilanz

Die TSV Burgdorf II überrascht sich selbst
Nach der Hälfte der Spielzeit belegen die Jungrecken Platz fünf in der 3.Liga Nord. Ein Zwischenergebnis, mit dem vorher wohl nur die kühnsten Optimisten rechnen konnten. Nicht zuletzt, weil mit Jendrik Meyer der wohl beste Drittligatorwart der letzten Jahre die Handballschuhe an den Nagel gehängt und mit Julius Hinz einer der erfolgreichsten Torjäger den Verein gewechselt hat, galten die Auestädter zu den heißesten Abstiegskandidaten. Hinzu kam, dass Spielmacher Jago Mävers wegen einer hartnäckigen Verletzung überhaupt nicht zum FelixsonEinsatz gekommen war. „Vor dieser Saison sind uns drei absolute Leistungsträger und Führungsspieler weggefallen“, erklärt Trainer Heidmar Felixsson. „Aber es ist unser Weg immer wieder jungen Spieler die Chance zu geben, in unseren Perspektivkader aufzurücken. In unserem Konzept als Unterbau des Bundesligisten fördern wir die Entwicklung von erfolgversprechenden Talenten. Daher gibt es jedes Jahr neue junge Spieler in unserem Aufgebot. Mit dem gerade in den Erwachsenenbereich aufgerückten 98-iger Jahrgang sind körperlich sehr reife Spieler hinzugekommen. Es macht Spaß sie zu trainieren und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln.“
Besonders die Heimstärke ist bislang ein Garant für das bisherige gute Abschneiden. Neun von zwölf möglichen Zählern konnten in der heimischen Gudrun-Pausewang-Halle gutgeschrieben werden. „Ich denke, zuhause fühlen sich meine Spieler am wohlsten“, so der Trainer. „Deshalb geht von mir auch ein großer Dank an unser Publikum, das für tolle Stimmung sorgt und meine Mannschaft immer wieder nach vorne treibt. Da wir aber nicht nur in unserer Halle spielen können, deshalb müssen wir noch einiges dafür tun, um diese Leistung auch auswärts zu bestätigen.“
Erfreulich ist das bisher Erreichte auch unter einem weiteren Gesichtspunkt. Die TSV ist eine der, wenn nicht die jüngste Mannschaft der Liga (Durchschnitt 20,8 Jahre). Mit Johannes Marx und Steffen Schröter sind die ältesten und erfahrensten Akteure gerade 25 Jahre alt geworden. „Wir haben eine andere Altersstruktur als bei vielen anderen Teams. Bei uns ist gerade eine Handvoll Spieler zwischen 22 und 25 Jahre alt. Das ist im Handball absolut nicht alt. Aber diese Fünf, neben den Genannten sind das Maurice Dräger, Hannes Feise und Lennart Koch leisten hervorragende Arbeit im Umgang mit den jungen Spielern. Es wird die gemeinsame Verantwortung gesucht, um sie auf mehrere Schultern zu verteilen.“ Einen ganz großen Effekt bringt zudem das Training mit und beim Bundesligateam. „Viele meiner Spieler haben bei den Übungseinheiten mit den Profis gelernt und profitiert. Talente wie unter anderem unser Juniorennationalspieler Joshua Thiele, Torwart Jonas Wilde, Niklas Diebel, Vincent Büchner, Jannis Krone oder auch Hannes Feise haben wichtige Schritte nach vorne getan. Aber sie haben auf ihrem Weg noch viel vor sich und müssen weiter jeden Tag hart an sich arbeiten.“
In dieser Woche beginnt die TSV mit der Vorbereitung auf die Rückrunde. Erster Gegner ist am 21. Januar der Siebte, Oranienburger HC. „Wir lassen uns von dem guten fünften Platz nicht blenden“, macht der Isländer unmissverständlich klar. „Noch haben wir nichts erreicht. 15 Pluspunkte sind eine Momentaufnahme, reichen aber am Ende keinesfalls zum Klassenerhalt. Wie gesagt, mit dem bisherigen Verlauf können wir zufrieden sein, aber ein anderes Ziel als den Ligaverbeib auszurufen, wäre der falsche Weg. Ich habe eine sehr junge Mannschaft die noch viel lernen muss. Wir haben gesehen, dass es in einigen Begegnungen nicht gelungen ist, die notwendige Leistung abzurufen. Da gibt es noch Lernpotenzial.“

Sonntag, 20. Mai 2018

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